Vaterschaftsurlaub: Bundeswehr-Offizier fordert nachträgliche Bezahlung
"Vaterschaftsurlaub ist ein Grundrecht für Eltern, aber viele sehen sich selbst benachteiligt: Ein Bundeswehr-Offizier fordert nachträgliche Bezahlung für seine Urlaubszeit als Vater - ein Fall, der nun vor dem Europäischen Gerichtshof steht und die Frage aufwirft, ob Deutschland wirklich alle Eltern unterstützt, die in dieser Zeit am meisten brauchen es."
Der Fall von Julius Schneider-Marquard: Ein Vaterschaftsurlaub, der noch immer nicht bezahlt wird
Julius Schneider-Marquard, ein Bundeswehr-Offizier aus Leipzig, klagt vor dem Bundesverwaltungsgericht auf nachträgliche Bezahlung für seine Urlaubszeit als Vater. Der Fall ist bemerkenswert, da Deutschland die EU-Richtlinie von 2019 nicht in nationales Recht überführt hat, die mindestens zehn Tage Vaterschaftsurlaub rund um die Geburt vorsieht.
Schneider-Marquard wollte 2024 zehn Tage Vaterschaftsurlaub beantragen, bekam aber zunächst keinen. Später wurde ihm nachträglich ein Tag Sonderurlaub gewährt. Jetzt fordert er, dass er noch neun Tage bezahlt werden soll.
Der Fall ist nicht nur ein individueller Streit, sondern auch ein wichtiger Schritt für die Diskussion über den Vaterschaftsurlaub in Deutschland. Viele Eltern sehen sich selbst benachteiligt, wenn sie keinen Urlaub bekommen, den sie benötigen. Die EU-Richtlinie sieht vor, dass Eltern in dieser Zeit am meisten brauchen, unterstützt werden.
Mehr Wissen: Vaterschaftsurlaub ist ein Teil des Familienurlaubs und wird von der Europäischen Union vorgeschrieben. Es soll Eltern die Möglichkeit geben, ihre Kinder während der ersten Wochen nach der Geburt zu betreuen und zu pflegen. (Quelle: Wikipedia - Familienurlaub)
Fakten
- Zwei Wochen voll bezahlt
- Der Fall ist vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH)
- Die EU-Richtlinie von 2019 sieht für Väter mindestens zehn Tage Urlaub rund um die Geburt vor
- Deutschland hat die Richtlinie nicht in nationales Recht überführt
- Der Bundeswehr-Offizier Julius Schneider-Marquard klagt auf nachträglichen Vaterschaftsurlaub
- Schneider-Marquard wollte 2024 zehn Tage Vaterschaftsurlaub beantragen, bekam aber zunächst keinen
- Später wurde ihm nachträglich ein Tag Sonderurlaub gewährt
- Vor Gericht will Schneider-Marquard erreichen, dass er nachträglich weitere neun Tage Sonderurlaub bekommt
- Die Zeit kurz nach der Geburt sei besonders wichtig für die Eltern-Kind-Bindung
- Das Familienzusammenleben hat sehr davon profitiert, dass ich mir die Auszeit genommen und gesagt habe, der Dienst und alles muss jetzt mal zurückstehen
- Viele Stimmen für einen Vaterschaftsurlaub in Deutschland
- Die Leserinnen und Leser von MDR AKTUELL sprechen sich vielfältig für einen bezahlten Vaterschaftsurlaub aus
- Die Unterstützung der Partner im Wochenbett benötigt haben oder benötigen
- Angesichts der erschreckend niedrigen Geburtenrate in Deutschland sollt noch viel mehr getan werden, damit wieder mehr Kinder geboren werden
- Ein Vaterschaftsurlaub sollte auch für alle gelten, nicht nur für Bundesbeamte
- Die Gegenstimmen kritisieren, dass es bereits ausreichend soziale Hilfen für Familien geben
- Der Fall ist in Leipzig vor dem Bundesverwaltungsgericht anhängig
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